Jollensegeln macht ziemlich schnell süchtig, und viele Segler sind deshalb das ganze Jahr über auf dem Wasser und holen alles aus dem Wind heraus. Bei so vielen möglichen Wetterlagen ist es allerdings gar nicht so leicht herauszufinden, was du eigentlich anziehen solltest. Zum Glück haben wir diesen praktischen Bekleidungsguide für dich zusammengestellt, damit du zu jeder Jahreszeit genau weißt, was du zum Jollensegeln trägst.
Schau dir vor dem Segeln immer den Wetterbericht an, damit du richtig packen und dich passend anziehen kannst. Als Faustregel gilt: Auf dem Wasser ist es meist windiger und kühler als an Land, also halte zusätzliche Schichten bereit – niemand möchte seine Session vorzeitig abbrechen, weil er unkontrolliert zittert. Umgekehrt ist es genauso unangenehm, an einem windstillen Tag im August im Neoprenanzug zu schwitzen, auch wenn du dann zur Abkühlung einfach kurz ins Wasser hüpfen kannst.
Neoprenanzüge sind ideal für jeden Sport, bei dem du nass wirst: Sie halten dich warm, indem sie eine dünne Wasserschicht zwischen Neopren und Haut einschließen, die als Isolierung wirkt. Genau deshalb ist eine enge, aber bequeme Passform so wichtig – ist dein Anzug zu groß, spült ständig kaltes Wasser durch, sobald du im Wasser bist.
Im Winter brauchst du einen langen Neoprenanzug mit dickerem Neopren. Bei dieser Entscheidung hilft dir unser Ratgeber zur Neoprenanzug-Dicke. In den Sommermonaten ist ein Skiff-Anzug (auch Long John genannt) eine beliebte Wahl. Er besteht aus dünnerem Neopren und hat lange Beine, aber keine Ärmel: Deine Beine sind so vor Schrammen geschützt und deine Körpertemperatur bleibt erhalten, während deine Arme deutlich mehr Bewegungsfreiheit und Flexibilität haben.
Die Segeltechnologie entwickelt sich ständig weiter und gibt dir immer mehr Möglichkeiten für das, was du auf dem Wasser trägst. Bei Segeltops ist der wichtigste Unterschied der zwischen Tops für die Wärme und Tops für den UV-Schutz.
Für mehr Wärme greifst du am besten zu einem Thermotop für zusätzliche Isolierung oder zu einem Neoprentop. Solche Tops kannst du unter weiteren Schichten tragen, auch unter dem Neoprenanzug, oder an wärmeren Tagen einfach für sich mit Shorts oder Hiker-Shorts.
Wenn es richtig heiß ist, sind ein UV-Top oder ein UV-Rash-Vest Pflicht. Bei Wind auf dem Wasser vergisst du schnell, dass du der schädlichen Sonnenstrahlung trotzdem ausgesetzt bist. UV-Tops und Rash Vests sind leicht und ziehen dich auf dem Wasser nicht nach unten. Ein weiterer beliebter Trick: Kauf dir ein Rash Vest eine Nummer größer und zieh es über deine Schwimmhilfe. So bleibt nichts von deiner Kleidung an Teilen des Bootes hängen und du hast trotzdem UV-Schutz.
Ein Spraytop oder eine Segeljacke ist an windigen oder regnerischen Tagen ein Muss. Die ständige Gischt macht deiner Körpertemperatur ziemlich schnell zu schaffen, deshalb hält eine Jacke aus wasserdichten, winddichten und atmungsaktiven Materialien deinen Oberkörper geschützt und wärmer. In den kälteren Monaten achtest du am besten auf eine Spraytop-Jacke mit schnell trocknendem Fleecefutter für zusätzliche Isolierung.
Segeln kann harte Arbeit sein und geht besonders auf die Hände. Damit du vollen Einsatz zeigen kannst, ohne dir die Hände zu ruinieren, solltest du unbedingt Segelhandschuhe tragen. Sie schützen dich nicht nur vor Blasen und Seilverbrennungen, sondern geben dir auch zusätzlichen Grip, um die Schoten noch ein Stück dichter zu holen. Handschuhe mit kurzen Fingern geben dir etwas mehr Fingerfertigkeit, in den kälteren Monaten sorgt aber ein Neoprenhandschuh mit langen Fingern für die dringend nötige Extrawärme – wie eine Verlängerung deines Neoprenanzugs.
Geheimtipp: Wenn dir im Winter auf dem Wasser trotzdem die Hände kalt werden, investiere in ein Paar größere Handschuhe (kurze Finger reichen dafür völlig) und zieh ein Paar Gummihandschuhe darunter. Unter die Gummihandschuhe passt sogar noch ein normales Paar Wollhandschuhe als weitere Isolierschicht. Deine Hände werden dabei vielleicht etwas schwitzig, aber sie sind garantiert viel wärmer! Die meisten Segler nehmen schwarze Gummihandschuhe, aber wir urteilen nicht, wenn du lieber die pinken willst…
Beim Segeln wirst du merken, dass das Deck immer ziemlich rutschig ist und es unzählige Dinge gibt, an denen du dir den Zeh stoßen kannst (glaub mir, ich habe es auf die harte Tour gelernt). Ein Paar Segelstiefel oder Segelschuhe wird deshalb dein neuer bester Freund. Segelstiefel gibt es in verschiedenen Stärken, sodass du im Sommer zwischen 2 oder 3mm wählen kannst und für die kältesten Zeiten des Jahres 5, 6 oder sogar 7mm nimmst. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du Hiking-Stiefel, Skiff-Booties oder Allrounder-Stiefel brauchst, lies dir hier unseren Ratgeber zu Jollenschuhen durch. Er hilft dir, beim nächsten Kauf die richtige Wahl zu treffen.
Schwimmhilfen sind auf jedem Niveau des Jollensegelns unverzichtbar. Rede dir also nie ein, du seist gut genug, um keine mehr zu brauchen – so etwas gibt es nicht. Wenn du ins Wasser fällst, hilft dir deine Schwimmhilfe, wie der Name schon sagt, mit zusätzlichem Auftrieb. Wichtig zu wissen ist allerdings: Sie bietet nicht denselben Schutz wie eine Rettungsweste, die deinen Kopf auch dann über Wasser hält, wenn du bewusstlos bist. Mit einer Schwimmhilfe musst du weiterhin Wasser treten und den Kopf selbst oben halten. Beim Kauf wirst du merken, dass teurere Modelle meist kompakter und bequemer sind, mehr Bewegungsfreiheit lassen und nützliche Extras bieten, etwa clever platzierte Taschen, verstellbare Schultern und eine Aussparung für den Trapezhaken. Überleg dir also, was dir am wichtigsten ist.
Mehr Infos zu den Unterschieden zwischen den verschiedenen Auftriebshilfen findest du in unserem Blogbeitrag über die Einsatzbereiche von Rettungswesten, Schwimmhilfen und Prallschutzwesten.
Als letzter Schliff lohnt sich eine ordentliche polarisierte Sonnenbrille auf jeden Fall. An einem hellen Segeltag kommt die Sonne nicht nur von oben, sondern spiegelt sich auch auf dem Wasser. Das macht es richtig schwer, die Luvtonne zu erkennen, und kann deinen Augen ernsthaft schaden.
Trotzdem ist es wirklich herzzerreißend, wenn dir deine teure Sonnenbrille bei einer verpatzten Halse vom Kopf gerissen wird und auf den Meeresgrund sinkt. Zum Glück haben wir eine Auswahl an schwimmfähigen, polarisierten Sonnenbrillen im Sortiment, damit du nicht das Gefühl hast, dein Geld einfach ins Meer zu werfen – fast so, als wären sie für Segler gemacht worden…