Mann läuft mit einem Surfboard ins Meer

Surfboard-Kaufberatung - welches Board passt zu dir?

Beim richtigen Board gibt es keine exakte Wissenschaft, denn es spielen einfach zu viele Variablen mit, und für viele wird daraus eine lebenslange Suche nach dem perfekten Surfboard.

Als Quiver bezeichnet man die eigene Sammlung an Surfboards, und so wie ein Golfer für jeden Schlag den passenden Schläger zieht, haben manche Surfer für jeden Tag und jede Bedingung das passende Board. So eine Sammlung kann süchtig machen, teuer und schnell auch ausufernd werden, während andere Surfer mit einem Ein-Board-Quiver völlig glücklich sind.

Es gibt ein paar grundlegende Punkte, über die du nachdenken solltest, bevor du dich auf die Suche nach dem richtigen Board machst, und bei jeder einzelnen Entscheidung bewegst du dich auf einer gleitenden Skala von Kompromissen.

Surferin liegt bei Sonnenuntergang auf ihrem Board im spiegelglatten Flachwasser und blickt über die Schulter

Wie lang sollte mein Surfboard sein?

Die richtige Länge ist die erste Entscheidung, die du treffen solltest. 

Ein längeres Board gleitet schnell über das Wasser und paddelt sich leicht, sodass du viele Wellen ohne Mühe erwischst. Der Nachteil eines längeren Boards: Wenn die See rau ist, lässt es sich beim Rauspaddeln schwerer kontrollieren. Du kommst schwerer durch die Wellenberge und bekommst es unmöglich weit genug unter Wasser, um einen Duck Dive unter der brechenden Welle zu machen. Einmal in der Welle läuft ein längeres Board stabil, dreht dafür aber träge. Ein kürzeres Board wechselt dagegen blitzschnell die Richtung und macht progressive Manöver überhaupt erst möglich. Der Nachteil eines kürzeren Boards: Du brauchst mehr Fitness, um durchs Wasser zu kommen, und deutlich mehr Können, um es zu beherrschen.

Maßstabsdiagramm, das Shortboard, Midlength und Longboard nebeneinander vergleicht

Welchen Surfboard-Typ sollte ich wählen?

Ein entscheidender Punkt ist, wo du am häufigsten surfen wirst und wie die Bedingungen dort sein werden.

Wenn du nur kleine Sommerwellen surfen willst, ist ein Longboard ein guter Startpunkt. Du paddelst schnell, erwischst selbst winzige Wellen und genießt das Gleiten Richtung Strand. Shortboards sind für Einsteiger dagegen selten ein guter Anfang: Auch wenn du dich schon radikale Turns fahren siehst, wird das Wellenfangen zäh und dein Fortschritt langsam. Für die meisten ist ein Mid-Length der beste Einstieg, weil du damit ganz unterschiedliche Wellen surfen und frei mit Turns und Pumpen auf der offenen Wellenwand experimentieren kannst. Das Mid-Length, auch Mini-Mal oder Funboard genannt, ist die meistverkaufte Kategorie im Einsteigersurfen.

Zwei Frauen in Badebekleidung sitzen im Sand neben einem blauen und einem holzoptischen Surfboard an einer Felswand

Was ist ein Hybrid- oder Fish-Surfboard?

Stell dir ein Longboard vor, das du von oben nach unten zusammenstauchst: Heraus kommt eine kürzere, breitere Version seiner selbst. Gleitverhalten und Stabilität bleiben weitgehend erhalten, weil die Fläche ähnlich groß bleibt, und die kürzere Länge erlaubt schnellere Turns. Breitere Tails erzeugen Auftrieb und Vortrieb, sobald die Welle dich mitnimmt, und eine breite Nose gibt Stabilität, wenn du auf die Füße kommst. Der größere flache Bereich in der Boardmitte hilft dabei, über das Wasser zu planen und Tempo zu halten, perfekt für kraftlose Wellen.

Ein Einsteiger kann damit trotzdem schnell paddeln, viele Wellen erwischen und progressive Turns ausprobieren, deshalb sind diese Hybrid-Surfboards inzwischen sehr beliebt.

Wie bei vielen anderen Kompromissen im Surfboard-Design gilt auch hier: Ein breiteres Tail bricht in steileren Wellen eher aus, der flachere Mittelteil passt sich engen, kurvigen Wellen schlechter an, und der breitere Umriss ist beim Wechsel von Kante zu Kante langsamer.

Beschriftete Shape-Übersicht mit Longboard-, Midlength- und Hybrid-Umrissen samt Angaben zu Rocker und Kanten

Welche Surfboard-Bauweisen gibt es?

PU - Polyurethanschaum und Fiberglas sind die klassische Surfboard-Bauweise: Ein Shaper schneidet die Form aus einem Schaumblank und laminiert sie mit Fiberglas. Diese Hochleistungs-Shapes sind empfindlich und verfärben sich, wenn sie in der Sonne liegen bleiben.

Epoxy ist eine modernere, leichte Bauweise mit einem Secure Cell EPS-Kern, der in einer Form gefertigt wird und dabei viel weniger Abfall verursacht als klassisches PU. Der Kern wird in Fiberglas und ein Harz auf Epoxidbasis eingepackt, das UV-stabiler ist und deshalb nicht so schnell vergilbt. 

Cocoflax oder Holz sind neue Wege, die Marken gehen, um umweltbewusstere Produkte zu bauen. NSP ersetzt Fiberglasmatten auf Kunststoffbasis durch Kokosfasern. Zusammen mit Epoxy-Bioharz ist das vielleicht nicht zu 100% umweltfreundlich, aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Reihe von Öko-Surfboards in Deck- und Kantenansicht mit Kork-, Flachs- und Holzoptik-Finish

Popout steht für ein nahezu unzerstörbares Verleihboard, das meist maschinell in Fabriken gefertigt wird: EPS-Kern, Fiberglas in Militärqualität und ein schlagfester Kunststoff obendrauf. Die modernen Designs surfen richtig gut und sind perfekt für alle, die ein Board fürs Leben suchen.

Softboards oder Foamies sind unkomplizierte, günstige Anfängerboards, wie man sie aus Surfschulen kennt. Foamies sind die ideale Wahl für deine ersten Wellen, denn wenn du auf eines fällst oder eines dich trifft, sind die Folgen deutlich harmloser. Sie sind robust und haben viel Auftrieb, sodass kleine Wellen leichter zu erwischen sind. Foamies haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und bringen dich locker vom Anfänger bis auf fortgeschrittenes Niveau, bevor du zum Weiterkommen umsteigen musst.

Epoxy Softboards sind wegen ihrer knalligen Farben und verspielten Designs enorm beliebt. Von außen sehen sie aus wie ein Foamie, im Kern sind es aber Epoxy-Surfboards mit einem weichen, griffigen EVA-Deck und einem Boden aus hochdichtem Material. Diese etwas teureren Softboards sind super für Einsteiger und für erfahrene Surfer, die im Sommer einfach Spaß haben wollen.

Sieben bunte Softboards lehnen an einer Steinmauer am Strand

Welches Surfboard sollte ich für mein Kind wählen?

Wir wollen, dass Kinder im Meer sicher Spaß haben, und auch wenn manche Kids vor ein bisschen Gerumpel keine Angst haben, soll ihnen nicht ein einziger Wipeout das Surfen für immer verleiden. Deshalb ist es klug, wenn Kinder unter Aufsicht von Erwachsenen surfen, bis sie sicher genug unterwegs sind. Solange du sie in die Wellen anschiebst, ist ein ausreichend großes, stabiles Softboard, das die ganze Familie nutzen kann, eine gute Idee. Sobald dein Kind Fortschritte macht und selbst paddeln lernt, braucht es ein schmaleres Board, und dann kann ein kinderspezifisches Surfboard wie das Ocean & Earth Bug die richtige Wahl sein. 

Mann und Kind im Neoprenanzug gehen nach der Session mit ihren Surfboards über den Sand

Was sollte ich sonst noch über Surfboards wissen?

Wir haben hier ein paar Grundlagen abgedeckt, die dir den Einstieg in die Boardwahl erleichtern, aber man könnte es noch deutlich technischer treiben: Bottom-Konturen, Entry- und Exit-Rocker, Finnenformen, Flex und Bauweisen. Man kann sich in Informationen so verlieren und so überfordern lassen, dass am Ende gar keine Entscheidung mehr fällt.

Der beste Rat, den wir dir geben können, lautet: Geh ins Wasser und lerne surfen. Recherchier ein wenig, kauf ein Board nach Bauchgefühl, und sobald dich das Surffieber gepackt hat, weißt du von ganz allein, was du als Nächstes ausprobieren willst. Viel Spaß in den Wellen!

 

Hier findest du Ocean & Earth und NSP Surfboards

Aktualisiert am 5. Juni 2023

Ursprünglich veröffentlicht am 17. April 2023 in Ratgeber