Nahaufnahme des Thermofutters im Inneren eines Winter-Neoprenanzugs

Wie ein Neoprenanzug dich warm hält

Wenn der Winter naht, brauchst du den richtigen Neoprenanzug, damit du auch bei kalten Bedingungen warm bleibst. In einem Neoprenanzug stecken viele Features, die eine entscheidende Rolle dabei spielen, deine Körpertemperatur auf einem 'normalen' Niveau zu halten. Das wohl wichtigste Element eines Neoprenanzugs, wenn es ums Warmbleiben geht, ist aber das Innenfutter.

Kaum ein anderer Bereich hat sich über die Jahre technisch so stark weiterentwickelt wie das Futter, und die Surfmarken entwickeln jeweils ihre eigene Version dessen, was sie für das Beste halten. 

Neoprenanzüge der Einstiegsklasse setzen auf ein Polypro-Futter. Erkennen kannst du es am kurzen Flor – das Material liegt eng an der Haut an, ohne zu flauschig zu sein, und transportiert Wasser und Feuchtigkeit (die auskühlen kann) von deinem Körper weg. Gleichzeitig halten die verwendeten Stoffe genau so viel Körperwärme zurück, dass dir warm bleibt. Polypro-Futter findest du meist im Rumpfbereich – also an Brust, Bauchpanels und/oder am Rücken.

Den Mystic Drip mit Polypro-Futter ansehen

Zu den fortschrittlichsten Thermofutter-Systemen der Mittel- bis Oberklasse gehört zweifellos Rip Curl Flash Lining, in seiner aktuellsten Ausbaustufe das E5 Futter. Es ist das flachste Futter, das Rip Curl je entwickelt hat. Früher war es vergleichsweise flauschig, in der neuesten Version wurde der Flor jedoch zurückgenommen, damit sich der Anzug nass weniger schwer anfühlt und insgesamt leichter bleibt. Das E5 Futter zieht das Wasser direkt von deinem Körper weg, und weil das Gewebe blitzschnell trocknet, behält dein Körper seine Wärme. Dazu läuft das Wasser hervorragend ab, sodass keine überschüssige Nässe im Anzug zurückbleibt.

Den Rip Curl Flashbomb mit E5 Futter ansehen

Ganz vorne mit dabei ist auch das Billabong Furnace Futter. Es kombiniert ein Polypro-Futter mit einem Plüschfutter. Das 'brain pattern' aus Polypro ist ganz bewusst so gestaltet, denn es wirkt wie ein Kanal, der das Wasser unten aus dem Anzug drückt, während das Plüschfutter den Körper warm hält. Wichtig zu wissen: Bei den Futtern von Billabong und Rip Curl zieht sich das Thermofutter durch den kompletten Anzug, weil sie in Modellen der Mittel- und Oberklasse verbaut werden. Bei absoluten High-End-Performance-Anzügen für Profis wird das Futter dagegen häufig an Armen und Brust weggelassen, damit du beim Paddeln mehr Bewegungsfreiheit hast. 

Die Billabong Furnace Revolution mit Furnace Futter ansehen

Bei den High-End-Anzügen gibt es eine Ausnahme, was das Plüschfutter angeht – und die heißt O'Neill. Die Marke setzt auf ein hydrophobes Futter: Jedes Wasser, das damit in Berührung kommt, wird sofort wieder aus dem Anzug herausgedrückt. Es gibt kein Fleecefutter im Inneren, das Luft einschließt. Der Grund dafür ist, dass das verwendete Neopren mit größeren Luftzellen aufgebaut ist (ähnlich der Dämmung in einem Haus), was dich von vornherein warm hält. 

Ebenfalls erwähnenswert: In einigen ihrer Anzugserien verzichtet O'Neill komplett auf ein Futter – etwa beim Hyperfreak. So bleibt der Anzug beim Paddeln maximal dehnbar und du ermüdest weniger schnell. 

Den O'Neill Psycho Freak mit TechnoButter 3 Futter ansehen

Am Ende musst du selbst abwägen, was zu dir passt und worauf du am meisten Wert legst. Wenn du vor allem warm bleiben willst und Flexibilität für dich weniger zählt, ist ein Anzug mit durchgehendem Thermofutter natürlich die richtige Wahl. Wenn du dagegen deutlich mehr Bewegungsfreiheit möchtest, sorgt ein Anzug mit wenig (oder ganz ohne) Thermofutter dafür, dass du beim Paddeln nicht so schnell müde wirst. 

Profi-Tipp: Je teurer der Neoprenanzug, desto besser ist auch das Thermofutter. 

 

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Aktualisiert am 3. März 2020

Ursprünglich veröffentlicht am 29. November 2018 in Neoprenanzug-Ratgeber