Vielleicht hast du schon einmal von “Sommer-Neoprenanzügen” und “Winter-Neoprenanzügen” gehört, und der richtige Anzug zur richtigen Zeit macht einen riesigen Unterschied für deine Zeit im Wasser. Ganz grundsätzlich ist ein Winteranzug dicker und klar darauf ausgelegt, dich in kälterem Wasser wärmer zu halten, aber es steckt mehr dahinter als nur die Dicke des Neoprens. Lies weiter und erfahre, wie sich auch andere Merkmale wie die Art der Nähte und das Futter zwischen Sommer- und Winteranzügen unterscheiden.
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Der offensichtlichste Unterschied: Ein dickerer Neoprenanzug hält dich wärmer, denn dickeres Neopren bedeutet mehr winzige Bläschen, die Luft einschließen und dich isolieren. Dir wird auffallen, dass Neoprenanzüge immer mit einer Angabe in Millimetern versehen sind, die sich auf die Dicke des Neoprens bezieht, zum Beispiel 2mm oder 3mm. Manche Anzüge tragen zwei oder sogar drei Zahlen, etwa ein 3/2mm- oder ein 5/4/3mm-Anzug.
Die erste Zahl (immer die höchste) gibt die Dicke des Anzugs am Oberkörper an, wo du maximale Wärme brauchst, um deine lebenswichtigen Organe zu schützen. Die kleineren Zahlen dahinter stehen für die Dicke an den Extremitäten, also an Beinen und Armen, wo dir Bewegungsfreiheit wichtiger ist als maximale Isolierung.
Ein guter Allrounder wäre ein 3/2mm. Für den Winter suchst du also nach 4/3mm oder mehr, für den Sommer reichen 2 oder 3mm Neopren. Mehr zum Thema Dicke findest du in unserem Ratgeber zur Neoprenanzug-Dicke.
Neoprenanzüge bestehen aus einzelnen Neoprenpaneelen, und die Nähte, an denen diese Paneele zusammengenäht sind, sind deutlich weniger dehnbar als die Paneele selbst. Außerdem gehören sie zu den größten Schwachstellen für undichte Stellen, wenn du einen Anzug von schlechter Qualität erwischst. An unseren Anzügen findest du vor allem zwei Nahtarten: Flatlock und geklebte Blindstichnaht (GBS).
Dabei wird die Kante eines Paneels über die andere gelegt und durch das Neopren hindurchgenäht, was eine sehr stabile und flexible Naht ergibt. Allerdings entstehen bei diesem Verfahren viele Löcher im Neopren, wodurch die Naht anfälliger für Wassereintritt wird. Deshalb findest du diese Nähtechnik nur an Sommer-Neoprenanzügen zum Surfen in warmem Wasser oder an günstigeren Anzügen mit geringerer Qualität.
Für Winter-Neoprenanzüge greifst du am besten zu einem GBS-Anzug. Bei dieser Naht werden die Paneele Kante an Kante verklebt und anschließend von innen vernäht, ohne dass die Nadel komplett durch das Neopren bis zur Außenseite geht. So entstehen keine durchgehenden Nadellöcher, und die Naht ist wasserdicht und gleichzeitig flexibel. Das ist ideal zum Surfen in kaltem Wasser und die typische Naht hochwertiger Winteranzüge. Sie ist etwas aufwendiger in der Herstellung, aber den Aufpreis auf jeden Fall wert.
Damit die Nähte eines Winteranzugs noch stabiler und dichter werden, sind sie oft auf eine der folgenden Arten versiegelt.
Neopren ist zwar das Wichtigste, wenn es um Isolierung geht, doch in den letzten Jahren haben die Surfmarken die Grenzen der Neoprentechnologie mit den Futterstoffen in ihren Anzügen immer weiter verschoben. Das Ergebnis sind Anzüge, die bequemer, deutlich wärmer und schneller trocknend sind. Einige Marken haben ihr eigenes, unverwechselbares Futter entwickelt, zum Beispiel das Flash Lining von Rip Curl und das Furnace Futter von Billabong, das inzwischen Graphen enthält, um die Wärmeleistung weiter zu steigern – erfahre mehr über das Furnace Graphene Futter.
In der Regel findest du solche Futterstoffe nur in Winteranzügen, denn in wärmerem Wasser brauchst du das zusätzliche, bei manchen Marken fast fleecige Futter nicht. Wie viel Futter dein Anzug mitbringt, hängt von deinem Budget und deinen Ansprüchen ab – manche haben nur ein gefüttertes Paneel vorne und hinten, während einige der teureren Anzüge für richtig kaltes Wasser komplett gefüttert sind.
Der letzte Punkt bei der Wahl zwischen Sommer- und Winteranzug ist die Frage, wie viel Bedeckung du brauchst. Für den Winter brauchst du selbstverständlich einen Vollanzug, also lange Arme und Beine. Für den Sommer gibt es dagegen mehrere Möglichkeiten, und das ist vor allem Geschmackssache.
Alle Winter-Neoprenanzüge sind Vollanzüge, und manche lassen sich zusätzlich mit einer Kapuze kombinieren. Für den Sommer kannst du ebenfalls zu einem Vollanzug in 3/2mm greifen, wenn du schnell frierst. Allerdings kann dir zwischendurch etwas warm werden, und braun wirst du darin garantiert nicht.
Ein Shorty hat meist kurze Arme und kurze Beine, sodass die Isolierung genau dort sitzt, wo dein Rumpf sie braucht. Es gibt ihn auch mit langen Beinen und kurzen Armen oder mit kurzen Beinen und langen Armen. Überleg dir also, wo du am ehesten frierst und wo du die meiste Bewegungsfreiheit brauchst.
Ein Long John hat lange Beine, aber keine Ärmel, das Oberteil ist also im Tanktop-Stil geschnitten. Das gibt dir deutlich mehr Bewegungsfreiheit in den Armen und macht ihn ideal für Wassersportarten mit viel Arm- und Schulterarbeit, etwa Segeln oder Stand-up-Paddling.
Ein Short John ist wie ein Long John ärmellos und hat ebenfalls ein Oberteil im Tanktop-Stil. Der Unterschied liegt in den kurzen Beinen, die meist oberhalb des Knies enden. Dieser Schnitt gibt dir noch mehr Bewegungsfreiheit als der Long John und ist damit ideal für alles, wobei es sowohl auf den Oberkörper als auch auf die Beine ankommt. Wassersportarten wie Kajakfahren, Wakeboarden und Surfen profitieren besonders davon, weil der Short John isoliert und Arme und Beine trotzdem kaum einschränkt. Die kürzeren Beine machen ihn außerdem leichter zum An- und Ausziehen, und in wärmerem Wasser, in dem du keine volle Beinbedeckung brauchst, trägt er sich oft angenehmer.
Springsuits sind in der Regel für Frauen gemacht, mit kürzerem Schnitt oder Bikini-Beinausschnitt und wahlweise unterschiedlichen Ärmellängen. Dieser Schnitt sorgt für zusätzliche Wärme am Rumpf und etwas Schutz vor Windchill und ersetzt gleichzeitig ein Rash Guard.
Vergiss nicht: “Sommer” und “Winter” unterscheiden vor allem zwischen Anzügen für kaltes und warmes Wasser. Wenn du im Winter auf Hawaii surfst, brauchst du wahrscheinlich keinen 6mm-Winteranzug mit Kapuze; und umgekehrt ist ein Sommer in Skandinavien immer noch nicht warm genug für einen Springsuit. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zu Neoprenanzügen für Reiseziele weltweit.
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