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Man könnte meinen, alle Neoprenanzüge seien gleich. Eine schnelle Runde Fehlersuche fördert aber einige feine (und weniger feine) Unterschiede zutage. Das heißt nicht, dass du zum Schwimmen keinen Surfanzug (oder Wassersportanzug) tragen kannst. Natürlich kannst du das. Aber wenn du es mit dem Schwimmen ernst meinst - dann brauchst du einen ernsthaften Anzug.
Sehen wir uns also an, was einen schwimmspezifischen Neoprenanzug auszeichnet:
Flexibilität
Dicke
Halsabschluss
Leichtes Ausziehen
Anzüge fürs Brustschwimmen
Flexibilität
Der Grundaufbau eines Schwimmanzugs unterscheidet sich stark von dem eines Surfanzugs. Die Prioritäten bei der Konstruktion verschieben sich: Gezielte Körperbereiche erhalten dickeres (oder dünneres) Neopren, um maximale Beweglichkeit in den Schultern, Auftrieb zur Anhebung von Brust und Rumpf sowie thermischen Komfort zu gewährleisten.

Stellen wir uns ein Szenario vor: 200 Meter Freiwasser, zwei Schwimmer an der Startlinie. Einer im schwimmspezifischen Anzug (sagen wir dem Orca Athlex Flex Triathlon Wetsuit), der andere im Surfanzug. Athletisch sind sie gleichwertig, der einzige Unterschied ist der Anzug. Der Surfer wird schneller ermüden, weil die freie Bewegung in den Armen eingeschränkt ist. Surfanzüge fühlen sich dadurch an den Schultern einengend an, behindern die Rotation und erhöhen das Risiko von Muskelschmerzen.
Kurz gesagt: Diese spezialisierten Schwimmanzüge sind auf die natürlichen Bewegungen eines Schwimmers ausgelegt, bei denen Energieeffizienz und Widerstandsreduzierung im Vordergrund stehen. Ein Surfanzug muss dagegen die Zeit mitdenken, in der du dich gar nicht bewegst, weil du draußen auf das nächste Set wartest. Ganz einfach.
Dicke
Ein weiterer großer Unterschied ist die Dicke des Neoprens (oder des Naturkautschuk-Äquivalents). Als Surfer sind über 50 % deines Körpers den Elementen ausgesetzt, wenn du gerade nicht auf Wellen anpaddelst. Deshalb hat Wärme Vorrang vor Flexibilität, besonders bei Winteranzügen, die im Rumpf 6mm dick sein können. Als Freiwasserschwimmer bist du dagegen ständig in Bewegung und größtenteils unter Wasser. Aber worin liegt der Unterschied? Wird einem da nicht trotzdem kalt? Die Antwort ist Physik.

Ein Neoprenanzug funktioniert, indem er das eingeschlossene Wasser mit deiner Körperwärme aufheizt. Dickeres Neopren mit größerem Thermofutter bedeutet mehr Isolationsvermögen und damit mehr Wärme.
Nimm zum Beispiel den Orca Zeal Thermal Wetsuit im Vergleich zum dünneren Zeal Hi-Vis Wetsuit.
Halsabschluss
Der Halsabschluss von Surfanzügen ist meist deutlich höher als bei Schwimmanzügen. Das kann bei längeren Schwimmeinheiten unangenehm werden, und durch die ständigen Kopf- und Schulterbewegungen beim Kraulen holst du dir schnell ernsthafte Scheuerstellen oder ‘Surf Rash’. Bei Schwimmanzügen ist der Halsausschnitt gezielt so geschnitten, dass mehr Kopfbewegung möglich ist.
Leichtes Ausziehen
Aus einem Neoprenanzug herauszukommen ist nicht immer einfach. Es fühlt sich an wie ein Initiationsritus. Und kalte Finger und müde Beine machen es nicht besser. Im Triathlon kann es aber über Sieg oder Niederlage entscheiden, denn die Wechsel gelten als 4. Disziplin. Wir empfehlen den Athlex Flow Triathlon Wetsuit.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie man einen Schwimmanzug am besten an- und auszieht, schau in unseren Guide zur Pflege deines Schwimm-Neoprenanzugs.
Anzüge fürs Brustschwimmen
Ja, die meisten Anzüge am Markt sind auf Kraulen ausgelegt. Manche sind aber gezielt fürs Brustschwimmen gemacht, mit mehr Flexibilität in den Innenbeinpanels und weniger Auftrieb in der unteren Körperhälfte, passend zu deiner aufrechteren Wasserlage. Eine tolle Option für weniger wettkampforientierte Flussschwimmer oder für Gelegenheitsschwimmer im Meer, die auch über die Wintermonate schwimmen möchten.

Das heißt nicht, dass du einen Brustschwimm-Anzug nicht auch zum Kraulen tragen kannst (er wird sich einem Surfanzug immer noch weit überlegen anfühlen). Wenn du aber etwas Neues ausprobierst oder gerade erst mit dem Freiwasserschwimmen anfängst, empfehlen wir einen guten Allrounder wie den Orca Vitalis Hi-Vis (erhältlich in Herren-, Damen- und Jugendgrößen).
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